Montag, 29. Oktober 2007

28.10.2007 Dritter Tag in Doha



Habe bis um zehn Uhr geschlafen. Da heute kein Feiertag ist, steht sight-seeing auf dem Programm! Allerdings habe ich keine Ahnung, was ma nhier so besonderes anschauen koennte. In der Lobby treffe ich den Rezeptionist. Er begruesst mich freundlich und fragte was ich heute vor habe???? Sein Name ist Mohammed. Wir unterhalten uns eine Stunde lang und er bestellt mir Kaffee (den bringt eine Art Laufbursche. Es gibt auch in einem Hostel klare Hierarchien!), bringt mir Postkarten und einen Touristenguide. Gegen zwoelf Uhr erreiche ich die City von Doha. Tote Hose. Alles wie gestern und vorgestern. Von zwoelf bis drei Uhr ist hier Mittagspause. Zurecht! Der Einzige Idiot, der bei dieser Affenhitze rumrennt bin ich! An der Strandpromenade ist es ganz angenehm. Ich hab mich mit kuehlen Gertraenken eingedeckt! Eine eiskalte Dose Coke fuer 1 Ryial = 20 Cent! Herrlich! Die Hafenrundfahrt fuer 60 Ryial haette ich mir allerdings schenken koennen. Spaeter erkunde ich in die Welt der traditionellen Maerkte von Doha. Allerdings ist das wenig beeindruckend. Doha ist schon zu sehr westlich und modern gepraegt. Ich hatte einen grossen Basar in Istanbul mit engen Gassen, viel Gedraenge und einer Vielfalt an Angeboten erlebt. Davon war hier wenig zu spueren. Zu essen gab es wieder einen Burger. Ich bin den Rest von Tag durch die Stadt geschlendert und hab mir Fruechte fuers Abendessen und zwei Buecher gekauft ( "A view from the Bridge" und "The great Gatsby") . Um sechs Uhr geht hier die Sonne unter. Und anscheinend auch die Zahl der Taxis. War es tagsueber kein Problem an jeder Ecke ein Taxi zu finden, so war es jetzt schon schwieriger. Zumal die Taxis stadtauswaerts meistens schon besetzt waren. Nach knapp einer dreiviertel Stunde hatte ich dann eins! JUHU! Siegessicher stieg ich ein und praesentierte dem Fahrer die Visitenkarte des Hostels. Die Reaktion war niederschmetternd: "Hoschtel? Jus hoschtel?" Lakta? I don't know this place!" Ich hatte aus meinen Fehlern gelernt und bat ihn niedergeschlagen mich direkt zum nahegelegenen Flughafen zu fahren. Die dohanischen Taxifahrer haben gewonnen!
Ab dem Flughafen war dann alles wieder kein Problem. Es waren zwar weniger Fahrer da als sonst, aber einer kannte das Viertel Al-Lakta und mittlerweile kannte ich mich dort so gut aus, dass wir das Hostel fanden!
Spaeter am Abend hab ich mich noch drei Stunden lang mit Mohammed unterhalten. Eigentlich ist er ein netter Kerl. Wir haben ueber Katar, Arabien, die islamische Kultur, Deutschland und Aegypten geredet. Er war letztes Jahr fuer einen Monat in Heidelberg. War ein netter Abend.
Er hat uns staendig neue Getraenke bringen lassen. Den neuangekommenen Asiaten hat er kaum beachtet. So aehnlich wie mich am ersten Abend.
Jugendherberge heisst auf arabisch "jamit buot al shapap". Ich will nie wieder das Wort "hoschtel" hoeren!
Fazit des Tages:
Der Araber an sich braucht ein paar Tage um fremde Menschen zyu akzeptieren. In der Stadt wurde ich anfangs auch oft mit unfreundlichen Blicken konfrontiert, wenn ich in einen Laden kam. Aber nache "Merhpa" und "shogran" haben sie dann auch gelaechelt. Wahrscheinlich, weil ich es falsch ausgesprochen hatte.
Aus der Tageszeitung habe ich erfahren, dass das indische Team die Regatta gewonnen hat (Hab nur das Bild mit den Indern und dem Pokal gesehen). Geruechten zufolge sollen sie die Siegpraemie von 400 Ryial noch am selben Abend in Form von Mangoshakes im Imbiss gegenueber versoffen haben.
"Salam" heisst "Tschuess"
"Hand llah" heisst "mir geht es gut"

27.10.2007 Zweiter Tag in Doha




Da ich ja nun wusste, dass heute Feiertag ist, hatte ich einen relaxten Tag am Strand eingeplant. Als ich aufgestanden bin, war von den Segelbootfahrern weit und breit nichts zu sehen. Sind wohl frueher raus. Heute ist ja schliesslioch Finaltag. Im Imbiss gegenueber gab es dann einen Burger zum Fruehstueck. Very arabic!!!
Frecherweise hatten die auf ihren Schaubildern zwei Varianten von Burgern. Das eine Bild zeigte einen original BigMac, das anderen einen original Whopper. Ich entschied mich fuer die BigMac-Varinate. Das Egebnis hatte allerdings keine Aehnlichkeit damit.
Dann bin ich auf zum Segelclub. Per Taxi. Der Fahrer kannte den Segelclub natuerlich nicht. Aber diesmal war es einfach ihm den Weg zu erklaeren.
Am Segelckub war wieder nichts von den Seglern zu sehen. Aber von Einem Infobrett habe ich erfahren, dass das Deutsche und das Indische Teams das Finale heute erreicht haben. Also jetzt auf zum Strand.
Da es hier nur wenig Strand im Sinne von Sand und Meer gibt, und dort auch noch zufaellig Hotels stehen, muss man fuer die Strandnutzung des jeweiligen Hotels Eintritt zahlen. Ich entschied mich fuer das Hotel neben dem Segelclub. Das Mariott-Hotell. 5 Sterne!
Wenn man einen Schattenplatz hat und die eine leichte Brise weht, spuert man die Hitze kaum noch. Das Wasser hatte Badewannentemperatur und bot somit nur kurzfristige Abkuehlung. Ich verbrachte den ganzen Tag damit in der Sonne zu liegen, rumzudoesen und Sodoku's zu entraetseln. Ein super entspannter Tag.
Aber ich musste ja noch irendwie wieder zum Hostel. Neben dem Mariott ist ein Taxistand...
Ich war wenig ueberrascht, als ich hoerte: "Hoschtel? Hoschtel? Lakat? Lakta?
Naja, da ich die Strecke jezt schon ein paar mal gefahren bin, sagte ich dem Fahrer, er solle losfahren, ich kenne den Weg. Kurz darauf wurde mir klar, dass ich keine Ahnung mehr hatte, wo wir sind...
Diese Fahrer war allerdins kooperativer, als der von gestern. Er hatte eine ungefaehre Ahung wo AL-Lakta sein koennte und wir probierte es. Zwischendurch telefonierte er mit seinem Handy mit anderen Fahrern, der Auskunft usw. Keiner kannte das "Jus hoschtel". Ich suchte fieberhaft nach dem kleinen Zettel mit der Telefonnmummer des Hostels... nachdem wir eine Weile durch Doah gefahren waren, fand ich endlich die Telefonnummer und der Fahrer rief dort an. Danach war alles kein Problem mehr und wir erreichten endlich das Hostel.
Dort unterhielt ich mich noch kurz mit dem Typ von der Rezeption und bat ihn darum, mir die Adresse des Hostel genau aufzuschreiben. Heute war er freundlicher und er gab mir eine Visitenkarte des Hostel in Arabisch und Englisch. Wir unterhielten uns noch kurz, aber seinen Namen wollte er mir nicht verraten...
Alptraumgeplagt schreckte ich nachts zweimal hoch: "HOSCHTEL? HOSCHTEL? LAKTA? LAKTA?
Fazit des Tages:
Bis zur Taxifahrt war es ein super Tag.
Kein Sonnenbrand.
Die Taxifahrer haben zwar keine Ahnung von ihrem Job, manche sind aber kooperativ.
Der Fernsehsender Al-Jazira (oder so aehnlich) kommt aus Katar.

26.10.2007 Ankunft in Doha












Leute, Leute, Leute!!! Ich werd verrueckt! Ankunft Doha International Airport 6 Uhr morgens Ortszeit: 25 GRAD!!! Da hat man doch schon keinen Bock mehr auf den Rest vom Tag, oder??? Naja, erstmal in die Cafeteria und ein paar Basics arabisch lernen...
Dann begann etwas, was mir noch lange schlaflose Naechte bereiten wird. Ich ging zum Taxistand!
Schlauerweise hatte ich mir die Adresse meines Hostels aufgeschrieben. Kaum war ich am Taxistand, umringte mich eine Traube von Fahrern. "Do you know this place? Youth hostel, Al-Lakta (so heisst der Stadtteil), Makka Street!"
Die Fahrer rissen mir den Zettel mit der Adresse aus der Hand und berieten sich. Ich hoerte nur: " Hoschtel?? Hoschtel?? Lakta?? Lakta??... Ah! JUS HOSCHTEL! LAKTA! Sie deuteten auf ein Taxi. Die Fahrt zum hostel dauerte etwa 25 Minuten und verlief ereignislos. Es sollte eine der wenigen sein...
Bei der Fahrt durch Doha wurde schnell klar. Dieses Land ist reich! Ueberall Prachtbauten, Luxushotels, gepflegte Parkanlagen usw. Die Stadt ist "autogerecht" angelegt. Unter sechsspurig geht da gar nix. Riesige Kreisel und wenn es mal eine Kreuzung mit Ampel gibt, dann treffen da jeweils neun Spuren aufeinander. Drei fuer eine Richtung, drei fuer die andere und drei fuer Linksabbieger!
Im Hostel angekommen dauerte es eine halbe Stunde, bis jemand kam, damit ich einchecken konnte. Besonders erfreut schien er darueber nicht zu sein... Wortkarg und mit einem Minimum an Hoeflichkeit zeigte er mir mein Zimmer. Ein Doppelzimmer, dass ich alleine bewohnen konnte. Er wies mich darauf hin, dass vier andere Deutsche hier sind! So nebenbei.
Die Deutschen kommen aus Hamburg und nehmen hier an einer Segelregatta teil. Andere Teams waren auch hier untergebracht. Ich hab mich kurz mit den Jungs unterhalten, sie mussten aber dann los. Heute war Halbfinaltag.
Im Imbiss gegenueber habe ich dann das indische Team kennengelernt, die mich auch direkt auf einen Mangoshake eingeladen haben und mich im Bus mit zum Hafen nahmen. Dort angekommen wuenschte ich allen Teams nochmal viel Erfolg und hatte mir fest vorgenommen die erste Segelregatta meines Lebens zu schauen. So weit kam es aber nicht. Segeln find ich sowieso doof und die Vorbereitungen der Boote dauerte ueber eine Stunde. Zu lange fuer mich. Kurz vor dem Start habe ich die Entscheidung getroffen mir die City von Doah naeher anzuschauen.
Ich wurde enttaeuscht. Leere Strassen, geschlossene Geschaefte, wenige Menschen... Ich bin dann ziellos durch die Strassen gewandert. Ein Taxifahrer hat mir dann erklaert, dass in islamischen Laendern der Freitag un der Samstag Feiertage sind.
A propos Taxifahrer: Ich rein in sein Taxi: "Youth hostel, Al-Lakta, Makka Street!". Er nur: "Hoschtel? Hoschtel? Lakta? Lakta? Da ich den Weg ja schon mal gefahren war, deutete ich ihm an inefach loszufahren, ich kenne den Weg. Das ging natuerlich gruendlich in die Hose! Total verfahren. Dann hab ich ihm die Telefonnummer des Hostels gegeben, damit er anruft und sich den Weg erklaeren laesst. Wollte er nicht. Die haben im Wagen keine Sprechanlage oder Verbindnug zur Zentrale, sondern nur private Handy's. Mein Vorschlag mich zu einem oeffentlichen Telefon zu bringen wurde abgelehnt. Da -ACHTUNG-Freitags um ein Uhr Mittag alle oeffentlichen Telefone abgeschaltet werden! Logisch: Feiertag!!
Letzte Loesung: Ich bat ihn mich zum Flughafen zu fahren. Der liegt direkt neben der City und dort weiss bestimmt jemand wo mein Hostel ist...
Gesagt, getan. Am Flughafen die gewohnten Reaktionen: "Hoschtel? Hoschtel? Lakta? Lakta?" Einer dann: "Ah! Jus hoschtel! Lakta!" Dann lief wieder alles nach Plan. Im Hostel angekommen ging ich aufgrund des wenigen Schlafes im Flugzeug und der drueckenden Hitze frueh ins Bett. Das Brummen der Klimaanlage begleitete mich in den Schlaf. Nachts wachte ich auf. Es war eiskalt.
Fazit des Tages:
"Merhpa" heisst "Hallo"
"Shogran" heisst "Danke"
Ein Spinnacker ist ein kleines Vorsegel.
Segelbootrennen ueben keine Faszination auf mich aus.
5 Ryial entsprechen etwa einem Euro.

25.10.2007 Abflugtag

Endlich geht's los! Ich kann es kaum noch erwarten. Aberam Flughafen wieder warten, warten, warten... Nervig, nervig, nervig!
Vor dem boarding kann ich mir wenigstens noch die erste Halbzeit vom Bayern-Spiel gegen Roter Stern Belgrad
anschauen. 1:1.
Dann geht's los. Der Flug verlaeuft ohne besondere Ereignisse. Die erwartete Bauchtanzeinlage der Stewardessen faellt aus?! Sie sind hoeflich aber distanziert.

Fazit des ersten Tages:
Neue Freunde: zwei
Michael, der Bayern-Fan mit dem ich an einer Flughafenbar das Spiel geschaut habe und der alte Mann im Flugzeug neben mir. Der nicht geschnarcht hat oder mich in sonstiger Art und Weise belaestigt oder genervt hat. Kann man ja nicht von allen alten Menschen sagen (Vgl. Stadtbusse in Kl).